Falls Sie immer schonmal wissen wollten, wie ein richtig guter Propagandafilm geht - oder wenn Sie auch einfach nur kein Problem mit tendenziöser sowjetischer Filmkunst haben - dann schauen Sie sich doch mal
"Oktober" von Sergej Eisenstein an. Ich habe das gerade eben wieder getan und es ist jedes Mal beeindruckend. - Selbst wenn man weiß, wie das ganze am Ende ausgegangen ist und daß zum Schluß doch die Konterevolution gesiegt hat und man daher Eisensteins Begeisterung für die Oktoberrevolution nicht vollständig teilen mag: So ist es aber immer noch ein optisch sehr opulenter Streifen, der imho mindestens so gut fotografiert ist wie Sin City oder manches, was Sergio Leone gemacht hat.
Natürlich alles etwas hektischer als im klassischen Italowestern. Aber das lag wohl damals auch an der Technik. - Wodurch sich die Jungs aber nicht davon abhalten ließen, die allermeisten Einstellungen geradezu gemäldeartig durchzukomponieren, bevor sie mit ihren Kurbelkameras draufgehalten haben.
Und der Film ist schwarzweiß. Nicht nur im technischen, sondern auch im ästhetischen und im inhaltlichen Sinne; jedenfalls erkennt man auch ohne Ton immer gleich, wer die Guten und wer die Bösen sind.
Ich hab ihn leider weder auf meinen Festplatten noch im Internet wiedergefunden, aber bei
Amazon gibts den in reicher Auswahl und wird rasch geliefert. (
Das hätts im Osten nicht gegeben, höhö.) - Lohnt sich allemal, wenn Sie mich fragen. Sowohl das Motiv als auch die Machart des Films sind in meinen Augen denkwürdig.